Der Abschluss der Kart-EM in Le Mans hat Jasin Ferati kein Glück gebracht. Nach einem schlechten Qualifying, einem technischen Problem und einem Unfall genügten drei gute Rennen nicht, um das Blatt noch zu seinen Gunsten zu wenden.

Eine Woche nach dem DEKM-Podestplatz in Kerpen hat sich Jasin Ferati in Le Mans mit allen Facetten des Motorsports konfrontiert gesehen. Da ihm im Qualifying keine fehlerfreie Runde gelang, brachte sich der Winterthurer Kart-Fahrer als 53. des 70er-Feldes in eine fast hoffnungslose Ausgangslage für die angestrebte Finalteilnahme im letzten EM-Lauf. Es kam aber noch schlimmer: Im ersten Qualifikationsrennen musste er sich mit der undankbaren Zuschauer-Rolle begnügen, weil sich der Motor nicht starten liess, und im zweiten wurde er früh durch einen Unfall gestoppt.

Obwohl er durch diese Zwischenfälle auf den letzten Platz des Zwischenklassements zurück gefallen war, gab er nicht auf und zeigte sein Potenzial. In den verbleibenden Rennen kämpfte er sich beeindruckend nach vorne. Um sechs Plätze verbesserte er sich im dritten Lauf bei schwierigen Verhältnissen auf Regenreifen, um neun Positionen sogar im vierten auf frischen Slicks und noch einmal um sechs im fünften Rennen, in dem er die schnellste Runde nur um fünf Hundertstelsekunden verpasste. „Mit ähnlichen Klassierungen am Anfang hätte ich den Einzug in den Final trotz der schlechten Voraussetzungen geschafft“, ärgerte sich der Schweizer Millennium-Fahrer.

Noch frustrierter war der britische Sauber-Schützling Dexter Patterson, der als souveräner EM-Leader nach Le Mans gereist war, nach einer frühen Karambolage im Final aber zusehen musste, wie zwei Italiener die Entscheidung unter sich ausmachten. Rookie Gabriele Mini sicherte sich den Tagessieg, der fünf Jahre ältere Lorenzo Travisanutto holte als Zweiter den Europameister-Titel.

Gelegenheit zur Wiedergutmachung gibt es für Ferati an der OK-Weltmeisterschaft in Finnland anfangs September. Nach einigen Ferientagen geht es für ihn anfangs August aber bereits weiter mit der dritten Veranstaltung der Deutschen Elektro-Kart-Meisterschaft (DEKM) auf seiner Lieblingsstrecke im belgischen Genk. In dieser international viel beobachteten Serie liegt der Winterhurer mit intakten Titel-Chancen auf Platz 3 des Gesamtklassements hinter den Deutschen Lukas Wlöner und Joël Sturm.

CIK- FIA-OK-EM: Schlussklassement nach Le Mans: 1. Lorenzo Travisanutto (It) 97. 2. Gabriele Mini (It) 84. 3. Dexter Patterson (Gb) 82. 4. Taylor Barnard (Gb) 49. 5. Dilano vant’Hoff (Ho) 38. 6. Dino Beganovic (Sd) 34. 7. Juho Valtanen (Fi) 29. 8. Pedro Hiltbrand (Sp) 29. 9. Luigi Coluccio (It) 28. 10. Nikolas Pirttilahti (Fu) 28. – Ferner: 37. Jasin Ferati (Sz). – 76 Fahrer klassiert.

DEKM, Zwischenstand nach Kerpen: 1. Luka Wlöner (De) 133 Punkte (mit Streichresultaten 108). 2. Joël Sturm (De) 96 (81). 3. Jasin Ferati (Sz) 83 (71). 4. Bradley Barrett (GB) 77 (64). 5. Lin Chen Han (Taiwan) 66 (57). 6. Jort Coone (Ho) 59 (52). 7. Joël Affolter (Ho) 56 (47). 8. Benjamin Carterey (It) 49 (40).

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