Saisonauftakt am Geburtstag

Mit fast viermonatiger Verzögerung wegen Corona beginnt am Wochenende die italienische Formel-4-Meisterschaft. Der 17-jährige Winterthur Jasin Ferati steht in Misano vor einem neuen, extrem wichtigen Kapitel seiner Motorsport-Karriere.

In dieser Woche geht es endlich los. Ich kann es kaum erwarten, in Misano meine allerersten Rennen mit dem F4 des Teams Jenzer Motorsport zu bestreiten“, gesteht Ferati, der sich mit einem knallharten Trainingsprogramm akribisch auf diesen Meilenstein seiner Laufbahn vorbereitet hat. „Dass der Meisterschaftsstart mit meinem 17. Geburtstag zusammenfällt, macht die Sache noch pikanter. Das vielleicht schönste Geburtstagsgeschenk kann ich mir mit einem guten Ergebnis und den ersten Punkten ja gleich selbst machen.“

Zehn offizielle Testtage in Imola, Misano, Mugello und Monza hat der von Racing Unleadshed unterstützte Winterthurer im Vorfeld der Meisterschaft mit seinem neuen Team bestritten. Die dabei gemachten Erfahrungen waren grösstenteils positiv. „Auf der anspruchsvollen Piste von Mugello hatte ich anfangs etwas Mühe, vor allem mit dem Nacken. Am zweiten Tag konnte ich mich aber markant verbessern und bin in den Top-10 gelandet. In Imola, das ich schon von früheren Tests kannte, war ich auf Anhieb schnell und bewegte mich immer zwischen den Positionen 6 und 12. Dass es dabei nur noch Kleinigkeiten zu verbessern gab, hat mich besonders gefreut“, verrät er.

Misano war aufregend, weil ich direkt aus einem Kurzurlaub mit der Familie in Kroatien angereist bin und nach einer unruhigen Nacht auf der Fähre direkt auf die Strecke musste, ohne mich mit dieser am Vortag – wie gewohnt zu Fuss – vertraut zu machen“, erinnert sich Ferati. „Ich bin erst zwei Minuten vor dem Test eingetroffen, ohne Videostudium eingestiegen und habe gleich alles aus dem Auto herausgeholt. Der 9. Platz im ersten Training unter diesen Voraussetzungen hat mich richtig stolz gemacht.“

Leider war der abschliessende Test im legendären Autodromo von Monza nicht ganz so erfolgreich. Auf dem bekanntesten Kurs der Welt hat es Ferati an Geschwindigkeit gefehlt. „Es war wir verhext. Ich habe viele Fehler gemacht und konnte mich nicht einmal mit neuen Reifen steigern. Erst beim abschliessenden Briefing bei Jenzer in Lyss haben wir das Problem erkannt: Ohne Windschatten fehlt in Monza schnell einmal eine Sekunde und diesen habe ich zu wenig gesucht. Ich bin jeweils zu wenig nahe an den Vordermann aufgefahren. Wenn man den Grund für ein ungenügendes Ergebnis kennt, fällt es leichter, das Abschneiden zu verstehen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Auch aus diesem Grunde bin ich guter Dinge und top motiviert für den Saisonstart und die ersten richtigen Rennen.“

Das Format der italienischen Meisterschaft, die mit mehr als 30 Fahrern aus der ganzen Welt, vorzüglich besetzt ist, verspricht viel Spannung und packende Rennen. Nach den freien Trainings werden in zwei nur viertelstündigen Qualifyings die Startpositionen für die Läufe 1 und 2 ermittelt. In der fünfminütigen Pause dazwischen darf nicht am Auto gearbeitet werden. Die Ausgangslage für das dritte Rennen wird auf Grund der zweitbesten Rundenzeit im Qualifying bestimmt. Diesem kommt deshalb elementare Bedeutung zu. Die Punkteverteilung ist gleich wie in der Formel 1. Von 21 Rennen werden aber nur die 16 besten Resultate gewertet.

Programm in Misano:

Donnerstag, 30. Juli: 18.10 bis 19.00 Uhr: Free Practice 1 (FP1)

Freitag, 31. Juli; 13.05 bis 13.35 Uhr: FP 2; 18.50 bis 19.05 Uhr: Qualifying 1; 19.15 bis 19.30 Uhr Qualifying 2.

Samstag, 1. August: 14.30 Uhr Rennen 1

Sonntag, 2. August; 9.50 Uhr: Rennen 2; 18.00 Uhr: Rennen 3 (alle Rennen gehen über 30 Minuten und eine Runde)

Live Streaming und Live Timing

www.acisport.it/campionati/F4/Misano

Terminkalender F4 Italia 2020

31.Juli – 2. August Misano

28. – 30. August Imola I

11. – 13. September Red Bull Ring Spielberg

2. – 4. Oktober Mugello

16. – 18. Oktober Monza

20. – 22. November Imola II

4. – 6. Dezember Vallelunga

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