Jasin Ferati Newsletter Nr. 10 / 2020 (16. Oktober)

Den Speed wieder gefunden, aber verletzt

Das Abenteuer Monza hat Jasin Ferati kein Glück gebracht. Der Winterthurer Formel-4-Fahrer verletzte sich im Qualifying bei einem Ausweichmanöver am Rücken und konnte nicht an den Rennen der italienischen Meisterschaft teilnehmen.

Eine alte Wirbel-Fraktur hat den 17-jährigen Winterthurer Rennfahrer auf der Grand-Prix-Strecke von Monza daran gehindert, die im Training gezeigte Steigerung zu bestätigen. Nach einem scheinbar harmlosen Zwischenfall landete Ferati im Spital und fehlte in der Startaufstellung. „Es ist bitter. Ich hatte mir so viel vorgenommen und nun so etwas“, haderte er. „Irgendwie bin ich aber trotzdem zufrieden, denn es gibt auch positive Erkenntnisse. Die Trainingsergebnisse zeigen, dass ich den Speed wieder gefunden habe, um in der Spitzengruppe mitzumischen. Daran gilt es jetzt anzuknüpfen beim nächsten Ebent in Imola.“

Da er an den sommerlichen Testtagen nicht besonders schnell gewesen war auf der für ihn neuen Strecke, war Ferati im Ungewissen gewesen über den Ablauf des Rennwochenendes. Nach einer Analyse des enttäuschenden Auftritts in Mugello hat er jedoch viel geändert an der Einstellung und war deshalb trotzdem guter Dinge. „Ich fand mich sofort gut zu recht auf der trockenen Piste, landete im ersten Training auf Platz 16 und habe gespürt, dass noch viel mehr drin liegt“, freute er sich. „Im zweiten Training war ich Sechster von 30 Teilnehmern, und das war ein richtiger Aufsteller. Mit nur vier Zehntelssekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten Francesco Pizzi schaffte ich P8 im dritten Training und auch im vierten war alles okay mit Position 9.“

Am Freitag änderten sich erst die Verhältnisse und dann die Stimmung. „Wir mussten mit Regenreifen auf die nasse und kalte Piste. Auch bei diesen extremen Wetterbedingungen gelang mir aber der Sprung in die Top-10. Im Abschlusstraining habe ich vor der ersten Schikane einen langsamen Konkurrenten überholt und leider etwas zu spät gebremst. Das rechte Vorderrad blockierte und so bin ich in der Schikane heftig ins Auto meines Teamkollegen Francesco Braschi geprallt. Damit war uns beide vorzeitig Schluss“, ärgerte er sich.

Die Jenzer-Mechaniker mussten eine Zusatzschicht einlegen, um die Autos für das Qualifying am Samstagmorgen bereit zu stellen. „Wegen gelber und roter Flaggen war es im ersten Abschnitt chaotisch“, erinnert sich Ferati. „30 Sekunden vor Schluss war ich noch Neunter, konnte mich aber auf der zweiten schnellen Runde nicht verbessern und habe so noch viele Positionen verloren. Startplatz 18 war nach den guten Trainings eine Enttäuschung. Aber es kam noch schlimmer. Im  ebenso hektischen zweiten Qualifying musste ich in der Schikane einigen Konkurrenten ausweichen. Mein Auto hat vorne abgehoben und ist heftig auf die Kerbs zurückgeprallt. Dabei habe ich mich am Rücken verletzt und konnte wegen der Schmerzen nicht mehr weiter fahren.“ 

Ferati wurde ins Medical-Center überführt und später zum Röntgen in ein Spital in Monza. „Was ich da gesehen habe, war ein Schock. Deshalb war ich sehr froh, nach gleichentags in die Schweiz zurückkehren zu können.“ Gemäss intensiven Untersuchungen in der Zürcher Schulthess-Klinik war beim Aufprall eine ältere, nicht behandelte Wirbel-Fraktur Feratis eigentliches Problem. Beim erhofften Heilungsprozess sollte er das Training in einer Woche  wieder aufnehmen können und Mitte November in Imola dabei sein. 

Monza: 1. Rennen: 1. Francesco Pizzi (It) 32:18,947. 2. Andrea Rosso (It) 1,723 zurück. 3. Filip Ugran (Rum) 1,763. – 2. Rennen: 1. Pizzi 32:18,658. 2. Gabriele Mini (It) 0,456. 3. Gabriel Bortoleto (Br) 1,184. – 3. Rennen: 1. Pietro Delli Guanti (It) 32:12,321. 2. Bortoleto 0,4666. 3. Leonardo Fornaroli (It), 0,651. – nicht gestartet: Jasin Ferati (Sz).

Gesamtklassement: 1. Mini 215 Punkte. 2. Pizzi 179. 3. Rosso 139. 4. Bortoleto 125. 5. Ugran 120. 6. Dino Beganovic (Sd) 110. – Ferner 27. Ferati 0. – Rookie-Wertung: 1. Mini 246. 2. Pizzi 216. 3. Rosso 163. – Ferner: 20. Ferati 6. – Teamwertung: 1. Prema Powerteam 422. 2. Van Amersfoort Racing 350. 4. Jenzer Motorsport 156. 4. Cram Motorsport 140. 5. Bhaitech 76.

Nächste Rennen: 18. bis 22. November in Imola.

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