Newsletter 9 Jasin Ferati – 27. Oktober 2025
Fairness mit Füssen getreten
Alles war angerichtet für ein Finale Furioso in der Ferrari Challenge Europe. Die 25000 Fans in Mugello wurden aber anstelle einer packenden Titelentscheidung in der Trofeo Pirelli zwischen zwei talentierten Schweizer Rennfahrern Zeugen eines Tiefschlags gegen jeden Sportgedanken.
Das Team des führenden Felix Hirsiger engagierte einen Spielverderber als Gastfahrer, um sich Jasin Ferati, den letzten verbliebenen Gegner, vom Leib zu halten. Der 38-jährige Italiener Fabrizio Crestani erledigte diese Aufgabe im Qualifying mit der Professionalität eines Killers. Erst hinderte er Ferati mit Bremsmanövern an der lockenden Pole Position. Dann schoss er den 22-jährigen Winterthurer gleich noch ganz von der Strecke. Die sofortige Disqualifikation des Italieners für den Rest des Wochenendes war für Ferati kein Trost. Als Folge des frühen Ausscheidens musste er die Abschlussrennen aus der letzten Startposition in Angriff nehmen und hatte keine Chance, seinen 8-Punkte-Rückstand wettzumachen.
Bei extrem schwierigen Wetterverhältnissen bewies Ferati trotzdem, was in ihm steckt. Im ersten Rennen kämpfte er sich ganz nach vorne und schaffte es sogar aufs Podest, weil Hirsiger aus technischen Gründen disqualifiziert wurde. Im zweiten verbesserte er sich um 15 Positionen, wurde noch Vierter und von den Fans als Meister ihrer Herzen gefeiert. Dank des ungefährdeten Sieges aus der Pole Position im zweiten Lauf auf der ausnahmsweise trockenen Piste sicherte sich Hirsiger mit sieben Punkten Vorsprung einen Europameistertitel mit unangenehmen Nachgeschmack. “Ein Wochenende, das ich mir nie so hätte vorstellen können”, bilanzierte Ferati. “Ich war Aussenseiter, wollte aber kämpfen bis zum Schluss. Ein Foul dieser Art habe ich noch nie erlebt. Es war alles absichtlich und erst noch angekündigt.”
Auch kein Glück im Weltfinal
Mit dem die Saison abschliessenden Finale Mondiale winkte dem Emilk-Frey-Academy-Fahrer in Mugello eine zweite Titelchance, doch auch daraus wurde nichts. “Wir haben alles richtig geplant, um in der letzten Qualifikationsrunde in die erste Startreihe zu fahren” erklärte Ferati. Dann streikte in meinem Ferrari 296 Challenge unvermutet die Benzinzufuhr. So fiel ich noch in der letzten Minute vom 4. auf den 12. Platz zurück.”
Obwohl das Rennen bei strömendem Regen wegen Safety-Car-Phasen und Abbruch nicht einmal eine Viertelstunde freigegeben wurde, machte Ferati erneut sechs Plätze gut. Eine Runde mehr und es wäre ein weiterer Sprung aufs Podest möglich gewesen. Unerwarteter Weltmeister wurde der junge Italiener Vincenzo Scarpetta. Ein letzter verzweifelter Angriff auf den Leader endete für Hirsiger im Kiesbett.
“Es ist etwas viel zusammengekommen in Mugello. Das muss ich erst einmal verkraften”, gestand Ferati. “Ich bleibe trotzdem positiv und freue mich über die gezeigte Performance auf der nassen Piste. Dass ich Vizeuropameister geworden bin, wird schon bald niemanden interessieren.”
Ferrari Challenge Europe 2025 Trofeo Pirelli
Schlussklassement nach16 Rennen: 1. Felix Hirsiger (Sz), Ineco Reparto Corse RAM, 193 Punkte. 2. Jasin Ferati (Sz), Emil Frey Racing, 186. 3. Gilles Renmans (Be), Francorchamps Motors, 116. 4. Vincenzo Scarpetta (It), Radicci Automobili, 102. 5. Max Mugelli (It), Eureka Competition, 94. 6. Björn Grossmann (De), B.I. Corse-octane 126, 67. 7. Dylan Medler (USA), The Miami Collection, 55. 8. Henry Hassid (Fr), Kessel Racing, 53. 9. Qwin Wietlisbach (Sz), Emil Frey Racing, 40. 10. Enzo Trulli (It), Radicci Automobili, 34. 11. Luigi Coluccio (It), Rossocorsa 30. 12. Franco Girolani (Arg), Radicci Automobili, 11.
Finale Mondiale
Zusatzrennen: 1. Scarpetta 33:00,710. 2. Renmans 2,174 zurück. 3. Coluccio 2,921. 4. Robert Perrina (USA) 4,033. 5. Ferati 4,569. 6. Massimo Perrina (USA) 5,390. 7. Hassid 6,276. 8. Johnny Kaminesky (USA), 9,221. 9. Medler 9,665. 10. Grossmann 10,389. – Ausgeschieden Hirsiger.