Newsletter 7 Jasin Ferati – 21. Juli 2025
Die bittere Seite des Motorsports
Es hätte ein Traumwochenende werden können, doch es wurde zum Albtraum. Jasin Ferati war am sechsten Saisonauftritt der Ferrari World Challenge Europe in Barcelona klar der Schnellste. Die Lorbeeren holten andere.
Der fahrerisch anspruchsvolle Circuit de Catalunya hat dem Winterthurer Rennfahrer Jasin Ferati kein Glück gebracht. Zweimal eroberte er souverän die Pole Position, doch nur einmal reichte es zum Sprung aufs Podest. Dort stand zweimal sein Landsmann Felix Hirsiger ganz oben und holte so die Führung im Gesamtklassement zurück. Einziger Trost für den ambitionierten Academy-Fahrer von Emil Frey Racing: “Ich kann den Titel trotz des Elf-Punkte-Rückstands in den vier verbleibenden Rennen noch immer aus eigener Kraft erobern und bin nicht auf fremde Hilfe angewiesen.”
Im ersten Qualifying hatte Ferati die Konkurrenz mit einer Fabelrunde geschockt und dem zweitklassierten Hirsiger 0,928 Sekunden abgenommen. Im zweiten war er noch 0,248 Sekunden schneller als sein einziger verbliebener Gegner im Titelkampf. Um die Früchte seiner Arbeit gebracht wurde er auf ganz unterschiedliche Art. Im Samstagrennen krachte ihm ein Frühstarter ins Heck, dann luchste ihm Hirsiger mit einem optimistischen Überholmanöver die Führung ab und behauptete diese bis ins Ziel. “Er machte keine Fehler und gab mir keine Chance für einen Angriff, obwohl ich schneller hätte fahren können”, lobte Ferati. Da die allgemein erwartete Strafe für den Platzgewinn ausserhalb der eigentlichen Rennstrecke nicht ausgesprochen wurde, musste sich der Winterthurer mit Platz 2 bescheiden.
Noch schlimmer kam es am Sonntag: Ferati wurde wegen einer minimalen Unkorrektheit des Heckflügels zwei Stunden nach der erneuten Bestzeit disqualifiziert und auf den letzten Startplatz verbannt. Während sich Hirsiger vorne schnell einmal absetzen konnte, startete der entthronte Leader eine beherzte Aufholjagd, die in die Geschichte der Ferrari Challenge eingehen wird. Ferati kämpfte sich aus der 24. auf die sechste Position nach vorne und war nahe dran am dritten Podestplatz.
“Mehr war leider nicht möglich, die Reifen waren schlicht am Ende”, meinte er um zwei wirklich unangenehme Erfahrungen reicher. “Auch diese werden mich nicht aus dem Konzept bringen. Ich werde die jetzt anstehende Sommerpause nutzen und noch stärker zurück kommen.” Von Vorwürfen wollte er nichts wissen. “Wir sind als Team hier. Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Motorsport kann manchmal brutal sein.”
Ferrari Challenge Europa 2025 Trofeo Pirelli Pro
was standing nach 12 von 16 Rennen: 1. Felix Hirsiger (Sz), Reparto Corse RAM, 156 Punkte. 2. Jasin Ferati (Sz), Emil Frey Racing, 145 Punkte. 3. Vincenzo Scarpetta (It), Radicci Automobili, 83. 4. Gilles Renmans (Be), Francorchamps Motors, 75. 5. Max Mugelli (It), Eureka Competion, 69. 6. Qwin Wietlisbach (Sz), Emil Frey Racing, 41. 7. Björn Grossmann (De), BI Corse Octan, 37. 8. Dylan Medler (USA), The Collection, 36. 9. Henry Hassid (Fr), Kessel Racing, 36. 10. Enzo Trulli (It), Radicci Automobili, 34. 11. Luigi Coluccio (It), Rossocorse, 19. 12. Franco Girolani (Arg), Radicci Automobili13.
Last races: 18. – 21. September Spa-Francorchamps; 21. – 26. Oktober Mugello mit Weltfinale.